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Baden-Württemberg: Kaum Fortschritte auf dem Weg zur Barrierefreiheit

Selbsthilfeorganisationen beklagen mangelnden Willen und Kreativität bei Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention.

Rollstuhlrad steckt in Gleis.
(Foto: Uwe Anspach/dpa)

Sozialverbände und Betroffene beklagen den schleppenden Fortschritt auf dem Weg zur Barrierefreiheit im Südwesten. Von diesem Ziel sei man meilenweit entfernt, erklärte Jutta Pagel-Steidl, Geschäftsführerin des Landesverbandes für Menschen mit Körper- und Mehrfachbehinderung.

„Die Erfolge seit Unterzeichnung der UN-Behindertenrechtskonvention sind bescheiden.“

Die Konvention verpflichtet dazu, das Recht der Menschen auf Teilhabe umzusetzen.

„Wir müssen Dampf machen“, erklärte Sabine Goetz, Geschäftsführerin des Landesverbands Selbsthilfe Körperbehinderter Menschen. „Mit Barrierefreiheit ist es momentan nicht weit her.“ Es fehle zu oft an Willen und Kreativität, den Bedürfnissen Betroffener Rechnung zu tragen. Auch mit Blick auf die demografische Entwicklung sei Barrierefreiheit unerlässlich.

Diskussion über Notwendigkeit

Laut Sozialministerium gibt es bei konkreten Vorhaben vor Ort oft Diskussionen über Kosten oder überhaupt die Notwendigkeit von Barrierefreiheit.

„Insbesondere hinsichtlich der ‚unzumutbaren Mehrbelastungen‘ bei der Herstellung der Barrierefreiheit ergeben sich Schwierigkeiten in der Umsetzung“,

sagte ein Sprecher. Es habe sich in den vergangenen Jahren aber viel verbessert. Um besser voranzukommen, werde bis Ende des Jahres ein bereits 2015 erarbeiteter Landesaktionsplan evaluiert.

(RP/dpa/lsw)

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