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Autonomer Rollator fährt alleine zu Patienten

Eine preiswerte Neuentwicklung von Forschern der Hokkaido University soll das Pflegepersonal in Krankenhäusern und Heimen entlasten.

Forscher der Hokkaido University haben einen autonomen Hightech-Rollator für Menschen mit Behinderung in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen entwickelt, der sich dank eines speziellen Senders anfordern lässt. Er lokalisiert den Standort und rollt automatisch zu seinem Ziel. Dazu nutzt das Gerät ein Navigationssystem.

Soviel Unterstützung wie benötigt

„Wenn ein Patient in der Lage ist, mit der Unterstützung eines Rollators zu gehen, empfehlen Ärzte in der Regel die Nutzung dieses Geräts statt eines Rollstuhls“,

so Yuto Mori, einer der Entwickler des Geräts. „Pflegekräfte mussten ihn bisher zum Patienten bringen, was eine Belastung für das Personal darstellt und das Selbstwertgefühl der Patienten verringern kann.“

Wie herkömmliche Gehhilfen reduziert der neuartige Rollator das Gewicht des Patienten, das auf den Beinen lastet. Zudem unterstützt er wohl dosiert bei der Vorwärtsbewegung. Der bürstenlose Gleichstrommotor dreht bei Benutzung die Räder in Gehrichtung, sodass Nutzer auch beim Vorwärtskommen sicheren Halt haben.

Kostengünstig produzierbar

Mori und seine Kollegen haben die Funktionen der autonomen Gehhilfe in Tests untersucht. Sie testeten sowohl die Fähigkeit, Menschen beim Gehen zu unterstützen, als auch die Effizienz, Benutzer autonom zu erreichen. Unterwegs müssen die Geräte in der Praxis meist eine Reihe von Hindernissen umfahren, etwa Betten, die zwischenzeitlich auf Gängen abgestellt werden. Die Ergebnisse seien sehr vielversprechend gewesen, obwohl die Gehhilfe mit sehr preiswerten Komponenten gefertigt wurden.

Im Gegensatz zu anderen Robotersystemen für Anwendungen im Gesundheitsbereich sei der autonome Walker sehr kostengünstig und somit im großen Maßstab einsetzbar. „Als nächstes planen wir, einen Algorithmus zu entwickeln, der den Zustand des Benutzers angemessen erfasst und ihn nur so stark unterstützt, wie es benötigt wird. Darüber hinaus arbeiten wir an einer Nothalt-Funktion und einen noch besseren Hindernisvermeidungs-Algorithmus, um die Sicherheit des Systems weiter zu verbessern.“

(RP/PM)

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