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80 blinde Geflüchtete aus der Ukraine in Berlin angekommen

Putins Krieg ignoriert auch die Resolution des UN-Sicherheitsrats über den Schutz von Menschen mit Behinderungen. Der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband hatte den Senat um Hilfe gebeten.

Ukraine-Konflikt - Charkiw
Beschädigte Fahrzeuge und Gebäude im Stadtzentrum von Charkiw. (Foto: Pavel Dorogoy/AP/dpa)

In Berlin sind am Donnerstag gut 80 blinde Erwachsene, Jugendliche und Kinder aus der Ukraine samt Begleitung eingetroffen. Die Geflüchteten kommen aus der ostukrainischen Stadt Charkiw und wurden in einem Hotel im Bezirk Mitte einquartiert, wo sie laut Familienverwaltung zunächst gut eine Woche lang versorgt werden. Danach sollen die Menschen von Berlin aus bei Familien in ganz Deutschland untergebracht werden. Wie es hieß, hatte der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband den Senat um Hilfe gebeten.

Charkiw ist nach Kiew mit rund 1,5 Millionen Einwohnern die zweitgrößte Stadt der Ukraine. Mit 42 Universitäten und Hochschulen ist sie das nach der Hauptstadt bedeutendste Wissenschafts- und Bildungszentrum des Landes. Beim russischen Überfall auf die Ukraine wurden bisher über 600 Gebäude in Charkiw zerstört.

Schutz von Menschen mit Behinderung

„In der Ukraine gibt es 2,7 Millionen Menschen mit Behinderungen, darunter mehr als 100.000 Blinde und Sehbehinderte. Sie alle befinden sich in einer entsetzlichen Situation, da sie keinen Zugang zu Unterkünften haben und es schwierig ist, sich und ihre Familien in sichere Gebiete zu bringen“, heißt es in einer bereits vor einigen Tagen veröffentlichten Pressemitteilung der Europäische Blindenunion (EBU).

„Die EBU erinnert an die Verpflichtung aller an der Krise beteiligten Akteure, das UN-Übereinkommen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen, insbesondere Artikel 11 über die Gefährdungssituation und humanitäre Notlagen, sowie die Resolution des UN-Sicherheitsrats Nr. 2475 (2019) über den Schutz von Menschen mit Behinderungen in Konflikten zu wahren.“

EBU-Präsident Rodolfo Cattani sagte: „Europa hat bereits unter zwei Weltkriegen gelitten und ist seit mehr als 70 Jahren von bewaffneten Konflikten verschont geblieben, mit Ausnahme des Krieges auf dem Balkan in den 1990er Jahren. Jetzt stehen wir sogar vor der Invasion eines unabhängigen Staates durch eine übermächtige ausländische Armee. Wir alle sind erschüttert und empört über diese unannehmbare Aggression. Lassen Sie uns all unsere moralische Unterstützung und praktischen Ressourcen bündeln, um alle unschuldigen Opfer zu schützen und zu unterstützen. Si vis pacem para … pacem.“

(RP/dpa/bb)

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