Susanne Eisenmann

Baden-Württemberg: Lehrer für Kinder mit Behinderung fordern Gesundheitsschutz

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Die Pädagogen kritisieren in einem offenen Brief die übereilte Wiedereröffnung der Schulen.

Die Lehrer und Betreuer der SBBZ richteten ihren offenen Brief an die baden-württembergische Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU). (Foto: Sebastian Gollnow/dpa)

Kinder mit Behinderung sollen trotz des verlängerten Corona-Lockdowns und fast flächendeckender Schulschließungen weiter unterrichtet werden. Die sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren (SBBZ) mit den Förderschwerpunkten geistige Entwicklung und körperliche und motorische Entwicklung bleiben nach Angaben des Kultusministeriums geöffnet. Lehrer und Betreuer machen in einer Petition aber auf die besonderen Umstände an den Einrichtungen aufmerksam und fordern, die Schulen an SBBZ nur dann zu öffnen, wenn der Gesundheitsschutz gewährleistet ist.

“Die Einhaltung der Hygieneregeln gestaltet sich an unserer Schulart als fast unmöglich”,

heißt es in dem öffentlichen Schreiben an Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU). Abstand zu Schülern zu halten sei bei Pflegetätigkeiten wie Wickeln, Essen reichen und Anziehen unmöglich. “Im Gegensatz zu Pflegekräften im Krankenhaus, steht uns dafür aber keine entsprechende Schutzausrüstung zur Verfügung.” Auch der Unterricht erfordere an vielen Stellen direkte, körpernahe Zuwendung. Viele Kinder könnten nur mit Hilfestellung Regeln beim Husten oder Niesen einhalten oder Hände waschen, wiederum aber keine Masken tragen, machten die Autoren deutlich.

Diagnose verläuft schleppend

“Am schwierigsten für uns ist es aber, dass unsere Schüler*innen zur Risikogruppe gehören”, hieß es weiter. Wegen Einschränkungen bei der Kommunikation könnten sie nur schwer von Krankheitssymptomen berichten und würden daher vermutlich erst deutlich später als andere Menschen zum Arzt gebracht oder getestet. “In der Impfstrategie wurde dies zum Glück bereits berücksichtigt und Menschen mit geistiger Behinderung werden bereits in Gruppe 2 geimpft.”

Die Ausnahmeregelung für die SBBZ scheine all dies aber außer Acht zu lassen. Daher würden dringend Schutzausrüstung und Schnelltests benötigt und die Möglichkeit Wechselunterricht anzubieten, heißt es in der Petition. “Wir müssen so schnell wie möglich geimpft werden.”

(RP/dpa)

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