Frau mit Rollstuhl am Bahnhof

Bayern: Mehr als jeder zweite Bahnhof ist nicht barrierefrei

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In den letzten fünf Jahren wurden nur 70 Stationen umgebaut.

(Foto: Shutterstock)

Nicht einmal jeder zweite Bahnhof in Bayern ist derzeit komplett behindertengerecht. Es seien 471 von insgesamt 1.064 Stationen barrierefrei – das sind 44 Prozent, teilte das Bau- und Verkehrsministerium auf eine Anfrage der FDP im Landtag mit.

“593 Stationen sind dementsprechend nicht komplett barrierefrei. Davon sind rund 350 Verkehrsstationen zumindest stufenfrei zugänglich”,

hieß es weiter. Zwischen Jahren 2015 und 2020 seien im bayerischen Bahnnetz 70 barrierefrei umgebaute Bahnhöfe und Haltepunkte in Betrieb genommen worden. Nicht enthalten seien in dieser Zahl die in diesem Zeitraum neu gebauten barrierefreien Stationen.

Umsetzung hinkt Versprechungen hinterher

2013 hatte der damalige Ministerpräsident Horst Seehofer das Ziel ausgegeben, bis 2023 im öffentlichen Raum und im öffentlichen Personennahverkehr vollständig barrierefrei zu werden. Das Versprechen wurde aber zwischenzeitlich bereits als nicht realisierbar wieder relativiert. Auch bei den öffentlichen Gebäuden hinkt die Umsetzung schon lange hinter dem Ziel her.

“Barrierefreiheit darf kein Luxus sein, der nur Menschen in bestimmten Regionen vorbehalten bleibt”,

sagte die für Teilhabe zuständige FDP-Politikerin Julika Sandt. Sie kritisierte, dass immer noch so viele Bahnhöfe in Bayern nicht barrierefrei seien und sich die Regierung von ihren einst vollmundigen Ankündigungen inzwischen kleinlaut verabschiedet habe.

“Wir müssen endlich mit gemeinsamen Kräften von Bund und Ländern daran arbeiten, dass möglichst schnell alle Menschen ohne fremde Hilfe alle Bahnhöfe nützen können.”

(RP/dpa)

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