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Eile geboten: Frauen mit Behinderung auch 2020 benachteiligt

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Das Netzwerk Frauen und Mädchen mit Behinderung NRW fordert umfassenden Abbau der Diskriminierung.

(Foto: Shutterstock)

Anlässlich der Landtags-Anhörung zum „Teilhabebericht NRW“ fordert das Netzwerk NRW von der Landesregierung dringend umfassende Maßnahmen zum Abbau der mehrfachen Diskriminierung von Frauen mit Beeinträchtigung. Auch 25 Jahre nach der Gründung des Netzwerks stünden viele grundlegende Verbesserungen noch aus.

Nachteile im Job und Gesundheitssystem

Als Sachverständige zur heutigen Anhörung im Landtag Nordrhein-Westfalen geladen, stellt das Netzwerk NRW fest, dass trotz viele Verbesserungen einige Kernprobleme heute wie vor 25 Jahren ungelöst sind:

„Frauen mit Beeinträchtigung kommen schlechter in Jobs, verdienen am wenigsten, stoßen im Gesundheitssystem auf Barrieren und Diskriminierung. Und trotz ihres erhöhten Gewalt-Risikos fehlen immer noch angepasste Angebote zu Prävention und Opferschutz, z.B. barrierefreier Frauenhaus-Plätze in ausreichender Zahl,“

fasst Netzwerk-Sprecherin Gertrud Servos diese Ergebnisse zusammen.

Claudia Seipelt-Holtmann, ebenfalls Sprecherin des Netzwerks: „Wir fordern auch eine Einstellungsänderung in Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Sozialwesen: Alle müssen mit Herz und Haltung dabei sein!“ Der Abbau baulicher und sprachlicher Barrieren erfordere begleitende Haltungsänderungen von Leitungen und Fachkräften in den verschiedenen Handlungsbereichen. Hier seien gleichermaßen gesetzliche Verpflichtungen und Aufklärungsarbeit vonnöten.

UN-Behindertenrechtskonvention muss umgesetzt werden

Zur konsequente Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention fordert das Netzwerk NRW insbesondere Maßnahmen in den Bereichen Arbeit, Gesundheit, Digitalisierung und Gewaltschutz. Die Rechte von Frauen mit Beeinträchtigung müssten endlich als Querschnittsthema in allen Handlungsfeldern begriffen werden. Dabei müssen entsprechende Maßnahmen begleitend evaluiert und geschlechterspezifisch ausgewertet werden.

„NRW hat schon viele Schritte in Richtung Inklusion unternommen,“ so Gertrud Servos, “für den kommenden Landesaktionsplan wünschen wir uns ein koordiniertes Vorgehen zum Abbau mehrfacher Diskriminierung, denn unsere Ressourcen sind begrenzt: Wir haben keine Zeit!“

(RP/PM)

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