Impfstoff Biontech

CBP: Vulnerable Gruppen bei Impfungen priorisieren

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Zum Internationalen Tag der Menschen mit Behinderungen fordert der Bundesfachverband Caritas Behindertenhilfe und Psychiatrie eine zielführende Impfstrategie.

Der Covid-19-Impfstoff des Mainzer Unternehmens BioNTech wird voraussichtlich diesen Dezember in der EU zugelassen. (Foto: BioNTech SE/dpa)

„Menschen mit Behinderungen und psychischen Erkrankungen bringen völlig unterschiedliche Gesundheitsvoraussetzungen mit – von körperlich gesund bis zu wirklich schweren gesundheitlichen Beeinträchtigungen. Viele gehören zur Risikogruppe und riskieren bei einer Coronavirus-Infektion einen schweren Krankheitsverlauf. Das Leben in einer stationären Wohneinrichtung ist bei einem Ausbruchsgeschehen ein zusätzliches Risiko. Der CBP fordert daher, dass diese Menschen und die sie unterstützenden Personen einen priorisierten Zugang zu den Impfungen erhalten“,

macht Johannes Magin, 1. Vorsitzender des CBP und Abteilungsleiter bei der Katholischen Jugendfürsorge der Diözese Regensburg, deutlich. „Erst wenn wir eine ausreichende Immunität herstellen können, ist der Weg zurück zu einer gesellschaftlichen Inklusion wieder frei.“

Die Impfziele im Positionspapier der Gemeinsamen Arbeitsgruppe aus Mitgliedern der Ständigen Impfkommission, des Deutschen Ethikrates und der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina können nur erfüllt werden, wenn bundeseinheitlich sichergestellt wird, dass die wirklich vulnerablen Menschen – einschließlich der sie unterstützenden Personen – vorrangig mit der Impfung versorgt werden können. Nur so können schwere Krankheitsverläufe und Todesfälle bei Menschen mit Behinderungen und psychischen Erkrankungen verhindert und die Mitarbeitenden in der Eingliederungshilfe geschützt werden. Die Arbeit in den Einrichtungen und Diensten findet oft direkt „am Menschen“ statt, das bedeutet, dass es trotz guter Hygienekonzepte ein erhöhtes Infektionsrisiko gibt, da unter anderem Abstandsregeln nicht immer eingehalten werden können.

Impfzentren müssen barrierefrei sein

Auch die Impfzentren müssen zwingend barrierefrei zugänglich für Menschen mit Behinderungen gemacht werden. Alternativ sind mobile Impfteams denkbar, die die Einrichtungen aufsuchen – vorausgesetzt die Lagerung und Anwendung des Impfstoffs ermöglichen das.

Eine Folge des Corona-Virus ist, dass Risikogruppen derzeit weitgehend isoliert werden, um Ansteckungen zu vermeiden. Für die gesellschaftliche Inklusion bedeutet das einen herben Rückschlag. An die Errungenschaften jahrelanger Arbeit der Behindertenbewegung kann erst angeknüpft werden, wenn der Impfstoff Menschen mit Behinderungen und psychischen Erkrankungen zur Verfügung steht.

(RP/PM)

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