Jens Witt

Hochschule entwickelt App für Menschen mit Asperger-Syndrom

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Wer Kälte und Wärme nicht spürt, ist bei der Kleidungswahl auf Hilfe angewiesen. Wissenschaftler aus Oldenburg haben sich für Betroffene etwas ausgedacht.

Jens Witt hatte die Idee für die App. (Foto: privat)

Eine App für die passende Kleidungswahl soll Menschen mit Asperger-Syndrom den Alltag erleichtern. Wie die Jade Hochschule in Oldenburg am Montag mitteilte, haben Wissenschaftler und Studenten einen Prototyp für eine solche Anwendung entwickelt. Demnach sortiert die App What2Wear Kleidung in Kategorien wie Jacken oder Hosen und kombiniert dies mit dem Wetter und Anlässen. Hintergrund ist, dass Menschen mit Asperger-Syndrom Kälte und Wärme mitunter nicht spüren können, was die Kleidungswahl erschwert.

App kann unterstützen

Anlass für das Projekt im Bereich Gesundheitstechnologie war der Anruf einer Familie, deren Sohn das Asperger-Syndrom hat.

“Ich habe ein anderes Temperaturempfinden und kann die Werte eines Thermometers nicht richtig deuten”,

sagte der 25-Jährige der Hochschule. Daher brauche er die Hilfe seiner Eltern. Die App könnte ihm mehr Selbstständigkeit ermöglichen. “Sie ist fertig programmiert, muss jedoch noch optimiert und bei Bedarf erweitert werden”, so die Hochschule, die für die Weiterentwicklung und Produktion ein Partnerunternehmen sucht. Das Projekt ist aus dem Forschungsvorhaben “ReKuTe – Partizipative Wissenschaft für Region, Kultur und Technik” entstanden, das Austausch und Wissenstransfer in die Gesellschaft fördern soll.

Screen-Ansicht App
Die What2Wear-App (Foto: Jade HS)

Der Bundesverband zur Förderung von Menschen mit Autismus sieht das Projekt positiv. “Es kann unterstützen”, sagte Fachreferent Fabian Diekmann. Auch wenn eine solche App sicherlich nicht für jeden hilfreich sei.

Das Asperger-Syndrom ist eine Form des Autismus. Betroffene nehmen ihre Umwelt oft anders wahr als Menschen ohne eine solche Behinderung. Sie sind in der Regel normal intelligent, in Teilgebieten besitzen sie mitunter eine besonders hohe Intelligenz. Im sozialen Umgang verhalten sie sich häufig auffällig, da sie Umweltreize und Sinneseindrücke auf eine besondere Art verarbeiten. Der Bundesverband geht auf Basis von Untersuchungen in Europa, Kanada und den USA davon aus, dass von 1.000 Menschen etwa ein bis drei Personen Asperger-Autismus haben.

(RP/dpa)

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