Vereinssatzung ISL

ROLLINGPLANET gratuliert: Die ISL wird 30!

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Selbstbestimmung, Inklusion und Empowerment – diese Themen sind seit jeher der Markenkern des Vereins.

Die Gründungsurkunde des ISL e.V. (Foto: ISL e.V.)

Am 19. Oktober 1990 wurde ISL gegründet – voraus geht eine Geschichte jahrzehntelanger Bevormundung und Abwertung behinderter Menschen. Erst mit den Clubs Behinderter und Ihrer Freunde in den durch Aufbruch bestimmten 60er Jahren – kurz auch Cebeefs genannt – wuchs der Gedanke der Selbstvertretung. In den 70er Jahren formierte sich die Behindertenbewegung – hier und da mündete das Wirken der Krüppelgruppen in erste Zentren für Selbstbestimmtes Leben (ZsL), die auch heute noch vor Ort als Selbstvertretungsorganisationen für ihre selbstbestimmte Teilhabe und Lebensführung kämpfen und sich gegen bevormundende verfestigte Strukturen positionieren. Gleichzeitig prägten sie Begriffe und vor allem die Inhalte wie die Selbstbestimmung, Selbstvertretung und Peer Counseling.

Betroffene für Betroffene

Aus den ZsL, die sich nach der Auflösung der DDR auch in den neuen Bundesländern gründeten, ging schließlich 1990 der Impuls aus, für die bundespolitische Arbeit einen Bundesverband zu gründen. In den vergangenen Jahrzehnten wurde viel erreicht: Begriffe wie Selbstvertretung, Inklusion, Selbstbestimmung, Teilhabe oder Peer-Counseling sind mittlerweile in aller Munde. Deren Aufgabe bleibt es aber – damals wie heute – Inhalte wieder und wieder klarzustellen; denn Peer Counseling ist und bleibt die Beratung Betroffener für Betroffene – und genau so wenig wie Inklusion mit Integration oder Exklusion gleichzusetzen ist, sollte mit Selbstbestimmung eine entmündigende Fremdbestimmung gemeint werden.

Die Fußstapfen der vergangenen 30 Jahre mit all ihren Wegbereiter*innen sind tief und groß. Eine beeindruckende Würdigung vieler aktiver Menschen der Behindertenbewegung hat das Bildungs- und Forschungsinstitut zum selbstbestimmten Leben Behinderter (bifos) in seinem Zeitzeugen-Projekt veröffentlicht. Im Heute zeigt sich, wie viel noch zu tun ist, verschärft die jetzige Lage doch sehr alle eh schon bestehenden Barrieren und Diskriminierungserfahrungen.

(RP/PM)

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