Eine Stimmzettelschablone für Blinde und eine CD liegen auf einem Tisch.

Kommunalwahl in NRW: Blinde dürfen mit Schablone ihr Kreuzchen machen

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Zum ersten Mal können Sehbehinderte in Nordrhein-Westfalen am 13. September barrierefrei an Kommunalwahlen teilnehmen.

Das Wahlhilfepaket mit Schablone wird von den Kommunen kostenfrei zur Verfügung gestellt. (Foto: Blinden- und Sehbehindertenverein Westfalen e.V./dpa)

Damit sie selbstständig und geheim ihre Stimme abgeben können, haben die Blinden- und Sehbehindertenvereine in NRW zusammen mit den Kommunen Hilfen entwickelt.

«Das ist ein ganz wichtiger Schritt, weil das Recht auf politische Teilhabe jetzt vollständig durchgesetzt ist»,

sagte Johannes Willenberg vom Blinden- und Sehbehindertenverein Westfalen.

Das ganze klingt etwas kompliziert: Sehbehinderte erhalten auf Wunsch ein kostenloses Wahlhilfepaket mit einer Wahlschablone. Die Stimmzettel werden in die Schablone eingelegt, über den nummerierten
Öffnungen kann dann beim gewünschten Kandidaten ein Kreuz gemacht werden. Welcher Kandidat sich hinter welcher Öffnung verbirgt, erfahren die Sehbehinderten telefonisch: Für jeden Wahlbezirk gibt es
eine eigene 0800-er Rufnummer, eine Computerstimme liest die entsprechenden Stimmzettel vor.

Wählen ist ein Grundrecht

Für die Kommunen bedeutet das eine Menge Arbeit, denn in den einzelnen Wahlbezirken gibt es mehrere Stimmzettel, auf denen oft eine große Zahl von Kandidaten steht. «Natürlich sind diese Maßnahmen
für die Kommunen auch mit Aufwand verbunden», sagte der Geschäftsführer des Städtetages NRW, Helmut Dedy. Doch der lohne sich: «Denn Wählen ist ein Grundrecht und das Fundament
demokratischer Teilhabe.» Bei Bundestags-, Landtags- und Europawahlen wurden schon in der
Vergangenheit Wahlschablonen verwendet, für die Kommunalwahlen gilt
die gesetzliche Vorgabe jetzt erstmals.

(dpa/lnw)

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