Herzlich willkommen bei ROLLINGPLANET.
Sie befinden sich auf unserer Startseite.
NACHRICHTENTICKER
Vermieter in Bayern kündigt Familie mit behindertem Kind wegen Ruhestörung
16.8.2026 – „Wir sind schockiert von diesem Fall“, sagt Monika Schmid-Balzert, Geschäftsführerin vom Mieterverein München. „Unsere Mitglieder haben versucht, auf die Nachbarn, die sich gestört fühlen, zuzugehen – ohne Erfolg. Andere Nachbarn sehen kein Problem und haben das auch bestätigt. Kinder haben ein Recht auf Entwicklung. Dazu gehört es, dass Kinder auch mal laut sind. Das muss von Nachbarn toleriert werden. Das gilt für jedes Kind, erst recht für Kinder mit Beeinträchtigungen.“ tz
Sachsen-Anhalt: CDU lässt Rollstuhlfahrerin wieder aufstehen
12.8.2026 – Internet-Spott wegen zweier Wahlplakate von Ministerpräsident Sven Schulze (47, CDU). Auf den Plakaten ist dieselbe Frau zu sehen, einmal sitzt sie im Rollstuhl und Schulze verspricht „gute Medizin“. Auf einem anderen Plakat steht sie plötzlich neben Schulze – ohne auf den Rollstuhl angewiesen zu sein. In den sozialen Netzwerken wird er verhöhnt: „Wunderheiler Sven Schulze lässt Rollstuhlfahrer wieder aufstehen.“ Bild
Gamer sitzt nach falschem Notruf im Rollstuhl
10.8.2026 – Tucson (Arizona): Was als Streit in einem Videospiel begann, endete in einer realen Katastrophe. Der US-Amerikaner Axeel Melendez (24) warnte die Polizei vor einem möglichen falschen Notruf durch Hacker. Zwei Tage später stürmten Beamte sein Haus und schossen auf ihn. Heute sitzt er im Rollstuhl und fordert Schadensersatz in Millionenhöhe. Bild

Michael Paye
(Foto: Armin Diekmann)
Paukenschlag: RSV Lahn-Dill trennt sich von Michael Paye
7.8.2026 – Der Wetzlarer Rollstuhlbasketball-Bundesligist und sein bisheriger Head Coach gehen nach nur einem Jahr getrennte Wege. Wer wird Nachfolger(in)? Weiter auf ROLLINGPLANET
Hilfsmittel-Reform verfehlt ihr Ziel
6.8.2026 – Viele Familien kämpfen weiter um Rollstühle und Orthesen für ihre Kinder. Eine Studie der Universität Witten/Herdecke zeigt, dass drei von vier Eltern nach der Gesetzesänderung keine Verbesserung erleben. Weiter auf ROLLINGPLANET
Kristina Vogel will zu „Let’s Dance“
6.8.2026 – Seit einem schweren Unfall 2018 sitzt die Olympiasiegerin Kristina Vogel im Rollstuhl. Im Podcast „WONDERMOM“ von Natascha Ochsenknecht (61) sprach die 35-Jährige erneut über ihren Wunsch, sich der RTL-Tanzshow zu stellen und eine für sie neue sportliche Herausforderung anzunehmen. Bereits 2024 hatte sie erklärt, dass sie sich solch einen Auftritt vorstellen könne. Damals sagte sie der „Bild“-Zeitung, sie wolle trotz ihrer Einschränkungen eine neue Form des Ausdrucks finden. Focus

Die Comedians
Okan Seese, Tan Caglar und Timur Turga
(Foto: MDR/Mia Media/Frank Menzel/Melanie Hövelborn)
Ein Blinder, ein Lahmer, ein Tauber
2.8.2026 – Versprochen wird Unterhaltung mit Haltung: Die neue MDR-Comedy-Doku für die ARD Mediathek „Ein Blinder, ein Lahmer, ein Tauber – Die behinderte Job-Challenge“ thematisiert Inklusion dort, wo sie oft besonders herausfordernd ist: im Arbeitsalltag. Mit Selbstironie, überraschenden Begegnungen und Humor stellen sich die drei Comedians Tan Caglar, Timur Turga und Okan Seese Aufgaben, die sie an ihre Grenzen bringen. Die MDR-Produktion kann ab 3. August 2026 in der ARD Mediathek gestreamt werden. Weiter auf ROLLINGPLANET
Werkstätten für behinderte Menschen sollen reformiert werden
27.7.2026 – Die Bundesregierung will Werkstätten für behinderte Menschen neu ausrichten. Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas kündigte an, den Berufsbildungsbereich stärker mit dem allgemeinen Arbeitsmarkt zu verbinden und einen Gesetzentwurf zur Reform der Werkstätten vorzulegen. Gegen-hartz
Bayerns soziale Infrastruktur und Teilhaberechte: LAG CBP Bayern und Bundesverband CBP warnen vor Leistungslücken
27.7.2026 – Die Landesarbeitsgemeinschaft Caritas Behindertenhilfe und Psychiatrie Bayern (LAG CBP Bayern) und der Bundesverband Caritas Behindertenhilfe und Psychiatrie e. V. (CBP) warnen vor geplanten Reformen: Durch sie drohen Leistungslücken und der Verlust bewährter Unterstützungsstrukturen für Menschen mit Behinderung oder psychischer Erkrankung. Die vorgesehene Zusammenführung der Leistungen für Kinder und Jugendliche mit Behinderung unter dem Dach des SGB VIII in der vorliegenden Form und zum vorgesehenen Zeitpunkt lehnen die beiden Verbände ab. Sie fordern, bei der Weiterentwicklung der Eingliederungshilfe individuelle Teilhaberechte, wohnortnahe Unterstützungsangebote und eine verlässliche Refinanzierung tarifvertraglicher Vergütungen, sowie die Vergütungen nach kirchlichen Arbeitsrechtsregelungen zu sichern.
Vertreterinnen und Vertreter beider Verbände haben am 27. Juli 2026 beim Landes-Caritasverband Bayern in München über die Reform des SGB VIII und die aktuellen Vorschläge zur Weiterentwicklung der Eingliederungshilfe beraten. Zu Letzteren zählen der Beschluss von Bund und Ländern vom 25. Juni 2026 einschließlich der Anlage „Effizienter Ressourceneinsatz bei Leistungsgesetzen“ sowie die Empfehlungen aus dem Dialogprozess Eingliederungshilfe.
Die Verbände erkennen den finanziellen und organisatorischen Handlungsdruck bei Ländern und Kommunen an. Vermeintliche Entlastung dürfe jedoch nicht durch das Pauschalieren von Leistungen, durch das Schwächen von Rechtsansprüchen oder den Abbau wohnortnaher Angebote erkauft werden. Gerade im Flächenland Bayern müssten bedarfsgerechte und fachlich qualifizierte Unterstützungsangebote auch außerhalb der Ballungsräume erhalten bleiben.
SGB-VIII-Reform: Voraussetzungen für eine Zusammenführung fehlen
Die Voraussetzungen für die vorgesehene Zusammenführung der Leistungen für Kinder und Jugendliche mit Behinderung unter dem Dach des SGB VIII sind aus Sicht der Verbände derzeit nicht gegeben. Die Kinder- und Jugendhilfe ist fachlich, personell, strukturell und finanziell nicht hinreichend auf die Übernahme dieser umfassenden Verantwortung vorbereitet.
Ein Zuständigkeitswechsel allein schafft noch keine inklusive Kinder- und Jugendhilfe. Der Gesetzentwurf sichert weder den individuellen Anspruch auf bedarfsgerechte Teilhabeleistungen noch eine personenzentrierte Bedarfsermittlung ausreichend ab, ebenso wenig behinderungsspezifische Fachlichkeit, barrierefreie Verfahren und den Erhalt spezialisierter Angebote. Auch die Finanzierung, das Leistungserbringungsrecht und die Schnittstellen zu Pflege, Gesundheit und Rehabilitation sind nicht tragfähig geregelt.
Besonders für Kinder und Jugendliche mit komplexen, seltenen oder hohen Unterstützungsbedarfen drohen Leistungslücken durch den Verlust spezialisierter Angebote und den Abbruch bewährter Unterstützungssettings.
„Eine inklusive Kinder- und Jugendhilfe muss die Situation von Kindern und Jugendlichen mit Behinderung tatsächlich verbessern, statt nur Zuständigkeiten zu verschieben“, erklärt Wolfgang Tyrychter, Erster Vorsitzender des Bundesverbandes Caritas Behindertenhilfe und Psychiatrie. „Solange individuelle Rechtsansprüche, behinderungsspezifische Fachlichkeit und spezialisierte Angebote nicht verlässlich abgesichert sind, ist dieser Systemwechsel nicht verantwortbar.“ Zudem würde die damit verbundene Verwaltungsreform in Bayern Kosten und zusätzliche Bürokratie durch gesplittete Zuständigkeiten verursachen.
Bayerns soziale Infrastruktur und Tarifbindung sichern
Bayern verfügt über eine vielfältige, über viele Jahre gewachsene soziale Infrastruktur. Sie ermöglicht Menschen mit Behinderung, auch außerhalb der Ballungsräume zu wohnen, zu lernen, zu arbeiten und am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben. Dazu gehören gerade auch die spezialisierten Angebote, die aufgrund ihrer fachlichen Ausrichtung nicht in jeder Kommune vorgehalten werden können, regional aber verlässlich erreichbar bleiben müssen.
Der Erhalt dieser Strukturen setzt qualifizierte Beschäftigte und eine tragfähige Finanzierung voraus. Die Verbände lehnen deshalb Überlegungen ab, die Refinanzierung künftiger Tarifsteigerungen an der Entwicklung der öffentlichen Tarifverträge TVöD und TV-L auszurichten oder entsprechend zu begrenzen. „Bayern braucht auch außerhalb der Ballungsräume verlässliche und fachlich qualifizierte Angebote für Menschen mit Behinderung“, erklärt Landes-Caritasdirektor Pfarrer Dr. Andreas Magg, Vorsitzender der LAG CBP Bayern.
„Dafür müssen die Dienste und Einrichtungen qualifizierte Beschäftigte gewinnen und langfristig halten können. Wer Tarifbindung und faire Bezahlung fordert, muss tarifvertraglich vereinbarte Vergütungen und Vergütungen nach kirchlichen Arbeitsrechtsregelungen einschließlich ihrer künftigen Steigerungen vollständig und verlässlich refinanzieren. Andernfalls geraten bewährte Angebote wirtschaftlich unter Druck und drohen sich aus der Fläche zurückzuziehen.“
Dienste und Einrichtungen sind verpflichtet, tarifvertraglich vereinbarte Entgelte und Vergütungen nach kirchlichen Arbeitsrechtsregelungen zu zahlen. Die Refinanzierung dieser Vergütungen darf nicht davon abhängig gemacht werden, ob sie sich parallel zu TVöD oder TV-L entwickeln. Ein Vergleich einzelner Entgeltbestandteile wird den unterschiedlichen Vergütungssystemen nicht gerecht. Tarifliche und kirchliche Vergütungen müssen deshalb einschließlich künftiger Steigerungen vollständig, zeitnah und verlässlich refinanziert werden.
Finanzierungslücken treffen unmittelbar die Menschen mit Behinderung: Stellen bleiben unbesetzt, vertraute Bezugspersonen wechseln, spezialisierte Angebote geraten unter wirtschaftlichen Druck. Gerade Menschen mit komplexem Unterstützungsbedarf sind aber auf die fachliche Kompetenz ihrer Assistenzkräfte und auf verlässliche Beziehungen zu ihnen angewiesen.
Die LAG CBP Bayern und der Bundesverband CBP fordern Bund und Länder auf, die Reformvorhaben grundlegend zu überprüfen und Menschen mit Behinderung, ihre Angehörigen sowie Dienste und Einrichtungen eng einzubeziehen. Reformen müssen Verfahren vereinfachen und tragfähige Strukturen stärken, ohne individuelle Rechte und fachliche Standards zu schwächen: „Die derzeit diskutierte Reform der Kinder- und Jugendhilfe im SGB VIII lehnen wir ab.“ (RP/PM)

Schon wieder EasyJet…
(Foto: KAWA)
EasyJet verweigert paralympischen Athleten das Boarding
22.7.2026 – Trotz vorheriger Genehmigung ließ EasyJet die italienische Powerchair-Football-Nationalmannschaft nicht nach Glasgow fliegen. Für die Sportler platzte damit ein wichtiges Vorbereitungsturnier für die Weltmeisterschaft. Es ist nicht das erste Mal, dass EasyJet wegen des Umgangs mit Reisenden mit Behinderung in die Kritik gerät. Weiter auf ROLLINGPLANET
18-jährige Schauspielerin Kaylee Hottle ist tot
22.7.2026 – Kaylee Hottle übernahm in zwei „Godzilla“-Blockbustern die wichtige Rolle der Jia. Nun kam die gehörlose US-Schauspielerin bei einem Autounfall in Maryland ums Leben. Sie wurde 18 Jahre alt. Spiegel

Haltestelle in Berlin
(Foto: Werner Spremberg/Shutterstock)
Bus- und Tram-Haltestellen: Barrierefreiheit oft mit großen Hürden
21.7.2026 – ADAC testet in zehn deutschen Städten, wie gut Menschen mit Mobilitäts- oder Sehbeeinträchtigungen Haltestellen des öffentlichen Nahverkehrs nutzen können. Ergebnis: Vielfach fehlt es an elementaren Dingen. Weiter auf ROLLINGPLANET
Land Hessen fördert Koordinationsbüro für Frauen mit Behinderung
21.7.2026 – In Hessen leben rund 300.000 Frauen mit Behinderung, deren Lebensbedingungen sich, trotz eines in vielen Bereichen verbesserten Umfelds, oft von denen nichtbehinderter Frauen unterscheiden – aber auch von denen behinderter Männer. Das Hessische Koordinationsbüros für Frauen mit Behinderungen (HKFB), das sich in Trägerschaft des Paritätischen Hessen befindet, setzt sich seit vielen Jahren für die Verbesserung der Situation dieser Frauen ein. Die Hessische Landesregierung unterstützt daher auch die Arbeit des HKFB, wie es in einer Mitteilung heißt. Staatssekretärin Manuela Strube hat dem Büro in Frankfurt einen Zuwendungsbescheid über rund 90.000 Euro für das Jahr 2026 übergeben.
„Das Koordinationsbüro leistet seit mehr als 30 Jahren wertvolle Arbeit für Frauen mit Behinderung. Das ist so wichtig wie wertvoll – für die Betroffenen, die Hilfe erfahren, aber auch im Sinne einer offenen, vielfältigen Gesellschaft, die Teilhabe ermöglicht. Deshalb freue ich mich, dass wir die Tätigkeit des HKFB weiter unterstützen können“, sagte Strube.
„Frauen mit Behinderungen stoßen im Alltag immer noch auf viele Barrieren. Sie sind häufig von Mehrfachdiskriminierung betroffen. Die Aufgabe des Hessischen Koordinationsbüros ist es, ihre Perspektiven sichtbar zu machen und ihre Interessen zu vertreten. Gemeinsam mit Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft arbeiten wir daran, dass Selbstbestimmung und Teilhabe selbstverständlich werden. Die erneute Förderung durch das Land Hessen gibt uns die notwendige Planungssicherheit, um diese wichtige Arbeit weiter voranzutreiben“, sagte die Leiterin des Hessischen Koordinationsbüros für Frauen mit Behinderung Alexandra Habdank.
„Das HKFB ist ein wichtiger Baustein für Inklusion und Geschlechtergerechtigkeit in Hessen. Für die Belange von Frauen mit Behinderungen ist es ein starkes Signal, dass das Land die Unterstützung fortsetzt. Als Projektträger freuen wir uns, dass die erfolgreiche Arbeit des Hessischen Koordinationsbüros für Frauen mit Behinderung auch künftig weitergeführt werden kann“, ergänzte Dr. Yasmin Alinaghi, Landesgeschäftsführerin des Paritätischen Wohlfahrtsverbands Hessen.
Das seit 2015 vom Paritätischen Wohlfahrtsverband getragene Büro, das 1993 als Modellprojekt startete, bietet ein vielfältiges Bildungsangebot an – sowohl online als auch in Präsenz. Zudem hält es ein Informationsangebot in Leichter Sprache bereit und konzipiert mehrtägige, in Hessen bislang einzigartige Schulungen zu diversity- und geschlechtssensibler Beratung. Diese führt das HKFB auch durch. Zudem gestaltete es u.a. aktiv die Entwicklung des dritten Landesaktionsplans zur Bekämpfung der Gewalt im häuslichen Bereich mit.
Das Hessische Koordinationsbüro für Frauen mit Behinderung (HKFB) ist seit 1993 die zentrale Anlauf- und Informationsstelle für die rund 300.000 Frauen mit Behinderung in Hessen und deren Angehörige sowie für Fachkräfte, Politiker*innen und Journalist*innen. Es befindet sich in Trägerschaft des Paritätischen Wohlfahrtsverbands Hessen, mitfinanziert vom Hessischen Ministerium für Soziales und Integration. Das HKFB stärkt die Rechte und Chancen von Frauen mit Behinderung in Hessen und fördert ihre Selbstbestimmung. Tätigkeitsfelder sind unter anderem Lobby- und Gremienarbeit, Fachvorträge und -veranstaltungen, Veröffentlichungen von Handlungsempfehlungen und Informationsbroschüren, Adress- und Kontaktvermittlung sowie Beratung von Frauen mit Behinderungen und ihren Angehörigen.
(RP/PM)
Anschlussversorgung von Pflegefällen nach Klinikaufenthalt
21.7.2026 – Die Bundesregierung hat nach eigenen Angaben in den vergangenen Jahren verschiedene Regelungen auf den Weg gebracht, um die Anschlussversorgung von Pflegebedürftigen nach einem Krankenhausaufenthalt sicherzustellen. Dazu gehöre beispielsweise die Stärkung der Kurzzeitpflege und die Einführung der Übergangspflege, heißt es in der Antwort (21/7125) der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage (21/6436) der AfD-Fraktion.
Mit dem Gesetzentwurf zur Neuordnung der Pflegeversicherung sei die Einführung eines Überbrückungsbudgets vorgesehen sowie die Einführung der Pflegebegleitung. Zu den Aufgaben der Pflegebegleitung soll unter anderem die Umsetzung von Hilfen gehören, die beim Entlassmanagement nach einem Aufenthalt in einem Krankenhaus empfohlen wurden. (RP/hib/PK)
Weitere Nachrichten
Deutsche Bahn (DB) darf Menschen mit Behinderungen weiter diskriminieren – neun Jahre Kampf vergebens
19.7.2026 – Die Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland e.V. – ISL hat den Rechtsstreit gegen die Deutsche Bahn (DB) verloren. Die ISL wollte erreichen, dass Ein- und Ausstiegshilfen nach entsprechender Voranmeldung zu allen Zeiten zur Verfügung gestellt werden, zu denen Züge rollen. Weiter auf ROLLINGPLANET
Inklusion ist kein Randthema – sondern Maßstab für den Fortschritt unserer Gesellschaft
19.7.2026 – Für eine Gesellschaft, in der jeder Mensch sagen kann: Ich gehöre dazu. Ein Kommentar von Heike Heubach (SPD), die als erste Gehörlose seit März 2024 Mitglied des Deutschen Bundestages ist. Weiter auf ROLLINGPLANET

Abdulhamid Kircher
in den Deichtorhallen Hamburg
(Foto: Deichtorhallen Hamburg/Henning Rogge)
Bei Anruf Kultur: 9. Triennale der Photographie Hamburg
19.7.2026 – Internationale Fotografie erleben – auch ohne Ausstellungsbesuch vor Ort: Mit vier Telefonführungen zur 9. Triennale der Photographie Hamburg bringt „Bei Anruf Kultur“ vom 25. August bis 13. September eines der renommiertesten Fotofestivals Deutschlands zu Menschen, die die Ausstellungen nicht visuell oder persönlich besuchen können. Auf dem Programm stehen ausgewählte Ausstellungen der Deichtorhallen, darunter erstmals auch eine Führung in Einfacher Sprache. Die Teilnahme ist kostenfrei, eine Anmeldung erforderlich.
Alle drei Jahre wird die Hansestadt zum Treffpunkt der internationalen Fotoszene. Unter dem Motto „Alliance, Infinity, Love – in the Face of the Other“ versammelt die diesjährige 9. Triennale der Photographie künstlerische Positionen, die den Blick auf gesellschaftliche Themen schärfen, vertraute Erzählungen hinterfragen und neue Perspektiven eröffnen. Internationale Künstler*innen laden dazu ein, sich mit Verbundenheit, Verantwortung und dem Gegenüber auseinanderzusetzen.
Im Rahmen von „Bei Anruf Kultur“ werden erstmals folgende Termine der 9. Triennale der Photographie Hamburg als kostenlose Telefonführungen bundesweit zugänglich:
- 25. August, 18 Uhr, PHOXXI: „Kircher & Adu-Sanyah“
- 29. August, 11 Uhr, Sammlung Falckenberg: „Inner Mornings, or Forms of Counterculture“
- 4. September, 18 Uhr, Sammlung Falckenberg: „Inner Mornings, or Forms of Counterculture (in Einfacher Sprache) “
- 13. September, 11 Uhr, Halle für aktuelle Kunst:„Prolongé: F.C. Gundlach Special“
Die niedrigschwellige Zugänglichkeit per Telefon zur Triennale ist jedoch nicht die einzige Neuheit. Dazu Melanie Wölwer, Projektleitung von „Bei Anruf Kultur“: „Dass die Triennale der Photographie Hamburg ab sofort Teil von ‚Bei Anruf Kultur‘ ist, freut uns ganz besonders. Gemeinsam mit den Deichtorhallen erweitern wir das Angebot zudem um unsere erste Telefonführung in Einfacher Sprache. Beide Premieren zeigen, wie wir gemeinsam mit unseren Partnerinstitutionen kulturelle Teilhabe stetig weiterentwickeln und immer mehr Menschen den Zugang zu außergewöhnlichen Kulturangeboten eröffnen.“
Die Führungen dauern jeweils eine Stunde. Eine moderierende Person begleitet die Telefonführung, während die Guides live durch die Ausstellungen führen. Fragen und Austausch sind möglich. Anmeldung sowie weitere Informationen unter: www.beianrufkultur.de
Letzte Nutzerin der Eisernen Lunge stirbt mit 78 Jahren in Oklahoma
11.7.2026 – Kinderlähmung Polio: Martha Lillard war seit 1953 auf das historische Beatmungsgerät angewiesen. Mit ihrem Tod endet eine medizinische Ära. Ersatzteile und Techniker gab es zuletzt kaum noch. tagesanzeiger
Das Willy-Brandt-Haus in Berlin wurde gestern besetzt
10.7.2026 – Damit will sich eine Aktionsgruppe von beHinderten und nicht-beHinderten Aktivist:innen der Reform des Behindertengleichstellungsgesetzes (BGG) und weiteren Kürzungsplänen widersetzen.
Was die Gruppe Fight Ableism dazu erklärt:
Wir fordern:
1. Keine Kürzungen auf dem Rücken von beHinderten und anderen
marginalisierten Menschen.
2. Barrierefreiheit verpflichtend jetzt und das neue verschlechterte
BGG verwerfen!
3. Selbstbestimmtes Leben für alle. Finger weg von der
Eingliederungshilfe!
Unter der Hauptforderung „Keine Kürzungen auf dem Rücken von beHinderten und anderen marginalisierten Menschen“ fordern wir den sofortigen Stopp der aktuellen Gesetzesverschlechterungen sowie eine konsequente, verpflichtende Barrierefreiheit ohne Ausnahmen für die Privatwirtschaft.
Auslöser des Protests ist der jüngste Gesetzentwurf der Bundesregierung, der eine massive Verschlechterung der Rechtslage für beHinderte Menschen darstellt. Wir kritisieren scharf, dass der Entwurf privaten Unternehmen ein Wahlrecht einräumt, ob sie ihre Gebäude barrierefrei gestalten wollen. Die aktuelle Politik, gestützt von den Aussagen von Friedrich Merz, stellt BeHinderung als unzumutbaren Kostenfaktor für die Wirtschaft dar. Dazu sagen wir als Aktivist:innen:
„Die Politik richtet sich nicht nach unseren Grundrechten und hat nicht unsere Teilhabe am gesellschaftlichen Leben im Blick. Sie ist nur nach kapitalistischen Grundsätzen ausgerichtet, die ‚Wirtschaftlichkeit‘ über Barrierefreiheit und über das Wohl des Menschen stellen. Diese Verknüpfung von Menschenrechten an die vermeintliche ‚Leistungsfähigkeit‘ eines Menschen ist, vor allem im deutschen Kontext, ein Skandal. Es wird klar, wie so oft zuvor in der deutschen Geschichte: Unsere Leben sind weniger wert. Diskriminierung bleibt folgenlos, wird sogar legalisiert.“
Wir als Aktionsgruppe sehen einen direkten Zusammenhang zwischen der Verschlechterung des BGG, dem Abbau von Sozialleistungen und den aktuellen Prioritäten der Bundesregierung. Während Milliarden in Aufrüstung und Militär fließen, wird gleichzeitig im sozialen Sektor gespart. Diese Umverteilung von Ressourcen gefährdet gezielt die Lebensgrundlagen beHinderter und weiterer marginalisierter Menschen.
Weitere Verschlechterungen stehen im Raum, unter anderem Kürzungen in
der Eingliederungshilfe, Separation im Bildungssystem und Einschränkungen bei Unterstützungsleistungen. Für viele beHinderte Menschen bedeutet das ganz konkret: Isolation, weniger Selbstbestimmung, mehr Barrieren und eine enorme zusätzliche Belastung für beHindertes Leben.
Die Aktionsgruppe betont zudem die systemische Dimension der Krise:
„Anzumerken ist, dass selbst in seiner besten Form das BGG ein Gesetz innerhalb eines Systems bleibt, das Ungleichheit produziert. Ein System, das Menschen in Verzweiflung, Tod und Krieg abschiebt und in Lager und Gefängnisse sperrt. Ein System, das Kriege hervorbringt und durchführt.
Ein System, das immer noch Waffen liefert, und somit Menschen im Globalen Süden beHindert. BeHinderte Menschen werden seit Jahrzehnten ihrer Bewegungsfreiheit beraubt und ihnen wird oft der Zugang zu Hilfsmitteln, Strom und Technologien verwehrt, die sie für Kommunikation oder das Verlassen ihrer Häuser benötigen. Wir stehen in Solidarität mit anderen beHinderten Menschen weltweit und stellen uns gegen die menschenunwürdige Politik“. (PM)
München: Erster Disability Pride Month im Juli 2026
10.7.2026 – München beteiligt sich erstmals mit einem eigenen Disability Pride Month an einer wachsenden Bewegung in Deutschland. Menschen mit Behinderungen, Angehörige und Unterstützer*innen gehen gemeinsam auf die Straße. Sie zeigen: Wir gehören mitten in die Gesellschaft und Teilhabe ist ein Menschenrecht!
Wie der Behindertenbeirat München mitteilt, sind im gesamten Juli Veranstaltungen, Aktionen und Begegnungen in der Stadt geplant. Höhepunkt ist eine große Demonstration am 24. Juli 2026. Auftakt ist um 15 Uhr am Odeonsplatz.
Nach einer kurzen Eröffnungsrede zieht ein breites Bündnis aus Menschen mit Behinderungen und ihren Verbündeten durch die Münchner Innenstadt. Die Demonstration steht unter dem Motto „Wir sind stolz und wir sind laut – Barrieren werden abgebaut!“.
Mehr Informationen unter https://www.behindertenbeirat-muenchen.de/mitmachen/1640- disability-pride-month-muenchen-2026-sei-dabei-am-24-juli-bei-der-demo-dabei
Der Disability Pride Month hat seine Wurzeln in den USA: Im Juli 1990 kämpften behinderte Aktivist*innen dort für Gleichberechtigung und die gesetzliche Verankerung von Inklusion. Daraus entstand eine internationale Bewegung für Sichtbarkeit, Selbstbestimmung und gesellschaftliche Teilhabe. (RP/PM)
Barrierefreie Ausgestaltung von Wahllokalen
10.7.2026 – Um die barrierefreie Ausgestaltung von Wahllokalen geht es in der Antwort der Bundesregierung (21/6871) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke (21/6552). Wie die Bundesregierung darin schreibt, sollen die Wahlräume „nach den örtlichen Verhältnissen so ausgewählt und eingerichtet werden, dass allen Wahlberechtigten, insbesondere Menschen mit Behinderungen und andere Menschen mit Mobilitätsbeeinträchtigung, die Teilnahme an der Wahl möglichst erleichtert wird (Paragraf 46 Absatz 1 Satz 3 Bundeswahlordnung)“.
Die vom Bund finanzierte Bundesfachstelle Barrierefreiheit veröffentliche die Handreichung „Barrierefreie Wahllokale“, führt die Bundesregierung weiter aus. Sie solle Gemeinden unterstützen, dass alle wahlberechtigten Menschen im Sinne einer gleichberechtigten Teilhabe ihr aktives Wahlrecht ausüben können. (RP/hib/STO)
Umfrage: 85 Prozent wünschen sich mehr Räume für ein selbstverständliches Miteinander
6.7.2026 – Die große Mehrheit der Menschen in Deutschland wünscht sich mehr Orte, an denen Menschen unterschiedlicher Lebensrealitäten – beispielsweise Menschen mit und ohne Behinderung, unterschiedliche Generationen oder Menschen verschiedener kultureller Hintergründe – unkompliziert zusammenkommen können. Das zeigt eine aktuelle repräsentative Befragung von OmniQuest im Auftrag von JDE Peet’s, dem Unternehmen hinter der Kaffeemarke Jacobs. Fast 85 Prozent der 1.000 Befragten sprechen sich ausdrücklich für mehr solcher Begegnungsorte wie etwa inklusive Cafés oder Nachbarschaftstreffs aus. Gleichzeitig fehlt es vielerorts an konkreten Angeboten – eine Lücke, die JDE Peet’s gemeinsam mit der Aktion Mensch mit der Initiative „Orte der Begegnung“ schließen möchte.
Konkret stimmen 34,8 Prozent der Befragten der Aussage „voll“ und weitere 50,1 Prozent „eher“ zu, dass Deutschland mehr Orte braucht, an denen Menschen unterschiedlicher Lebensrealitäten unkompliziert miteinander in Kontakt kommen können.
Noch deutlicher fällt die Bewertung der Begegnungsorte selbst aus: Rund 92 Prozent halten solche öffentlichen Orte für wichtig, um den gesellschaftlichen Zusammenhalt zwischen Menschen mit und ohne Behinderung zu stärken (41,5 Prozent „sehr wichtig“, 50,5 Prozent „eher wichtig“). Doch dem Wunsch steht die Realität gegenüber: Mehr als die Hälfte der Befragten kennt an ihrem Wohnort keine ausreichenden öffentlichen Angebote, die ein selbstverständliches Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung ermöglichen. Besonders ausgeprägt ist diese Lücke bei den über 30-Jährigen: In dieser Gruppe geben rund 58 bis 66 Prozent an, solche Treffpunkte nicht zu kennen.
Wie selten Begegnungen im Alltag tatsächlich stattfinden, zeigt ein weiterer Befund der Studie: Jede*r Dritte hat nur selten oder nie eine längere persönliche Begegnung mit einem Menschen mit Behinderung – 20,5 Prozent seltener als einmal im Jahr, weitere 13,4 Prozent nie. Lediglich 6,8 Prozent erleben einen solchen Austausch täglich. Beim Blick auf das Miteinander zeigen sich zudem Unterschiede zwischen den Geschlechtern: Während 65,6 Prozent der Männer das Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung als (sehr oder eher) gut bewerten, sind es bei den Frauen nur 54,5 Prozent. Frauen sehen damit erkennbar mehr Handlungsbedarf.
JDE Peet’s unterstützt mit seiner Marke Jacobs in Kooperation mit der Aktion Mensch die Modernisierung und Weiterentwicklung inklusiver Begegnungsstätten. Auf diese Weise konnten bereits drei Orte gefördert werden – das „Café Vielfalt“ in Henstedt-Ulzburg, das „café brand“ in Bremen sowie zuletzt die neu gestaltete Kontaktstelle der Sozialpsychiatrischen Gesellschaft Niederberg (SGN) in Velbert, die Menschen mit und ohne Behinderung einen niedrigschwelligen Raum für Beratung, Austausch und Gemeinschaft bietet. Weitere Orte sind bereits in Planung. (RP/PM)
zum archivlesetipps
Deutsche Bahn (DB) darf Menschen mit Behinderungen weiter diskriminieren – neun Jahre Kampf vergebens
Die Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland e.V. – ISL hat den Rechtsstreit gegen die Deutsche Bahn (DB) verloren. Die ISL wollte erreichen, dass Ein- und Ausstiegshilfen nach entsprechender Voranmeldung zu allen Zeiten zur Verfügung gestellt werden, zu denen Züge rollen.
Inklusion ist kein Randthema – sondern Maßstab für den Fortschritt unserer Gesellschaft
Für eine Gesellschaft, in der jeder Mensch sagen kann: Ich gehöre dazu. Ein Kommentar von Heike Heubach (SPD), die als erste Gehörlose seit März 2024 Mitglied des Deutschen Bundestages ist.
KI: Große Chancen, aber längst keine Chancengleichheit
Aktion Mensch-Studie: Künstliche Intelligenz kann Teilhabe stärken – wenn sie inklusiv gestaltet wird. Die Sozialorganisation weist anlässlich des bundesweiten Digitaltags am 26. Juni auf Potenziale, aber auch auf erhebliche Nutzungshürden bei Künstlicher Intelligenz hin.
REHACARE REPORT 2026: Selbstbestimmung braucht mehr als Reformen
REHACARE International startet eine groß angelegte Studie zur Zukunft der Hilfsmittelversorgung, die die Perspektive der Betroffenen in den Mittelpunkt stellt.
Neues Medikament weckt Hoffnung für Menschen mit fortschreitender Multipler Sklerose
Für viele Menschen mit MS haben moderne Therapien die Behandlung in den vergangenen Jahren deutlich verbessert. Dennoch gab es bislang für eine besonders belastende Verlaufsform der Erkrankung kaum wirksame Behandlungsmöglichkeiten. Das könnte sich nun ändern: Die Europäische Union hat erstmals ein Medikament speziell für Patienten mit nicht-schubförmiger sekundär progredienter Multipler Sklerose (SPMS) zugelassen.
Sachverständigenkritik an Behindertengleichstellungsgesetz
Der Gesetzentwurf verfolgt laut Bundesregierung für den privaten Bereich das Ziel, den Zugang zu privaten Gütern und Dienstleistungen für Menschen mit Behinderungen spürbar und nachhaltig zu verbessern, ohne dabei Unternehmen „unverhältnismäßig stark“ zu belasten. Die geplante Novellierung wird von Sachverständigen unterschiedlich beurteilt.
IRMA Hamburg: Erfolgreiche Premiere für die Messe Karlsruhe im Norden
Vom 18. bis 20. Juni 2026 fand die IRMA Hamburg erstmals unter der Leitung der Messe Karlsruhe statt und bekräftigte ihre führende Rolle im norddeutschen Raum: 99 Prozent der Besuchenden vergaben Bestnoten für ihren Messebesuch und würden die Veranstaltung im Bekanntenkreis weiterempfehlen.
„Suche: Frau mit Down-Syndrom für Sex“
"Wer will eine behinderte Frau ...?" - mit diesem Satz in einem Online-Forum beginnt die Recherche von "Y-Kollektiv"-Reporterin Carolin von der Groeben. Was zunächst wie ein extremer Einzelfall wirkt, führt schnell tiefer: In verschiedenen Foren und auf Datingplattformen stößt sie auf Männer, die gezielt nach Frauen mit Lernschwierigkeiten, wie beispielsweise dem Down-Syndrom, suchen und sie offen sexualisieren.
FC Bayern testet inklusive Autogrammkarten
Beim Rekordmeister gibt es jetzt neben den gängigen Autogrammkarten auch ganz spezielle Karten für Menschen mit einer Sehbehinderung. Der Fußballclub testet diesen Fan-Service im Rahmen eines Pilotprojekts.
Roboter helfen bei Schlaganfall-Reha
Ein Forschungsprojekt der Universität Bielefeld weckt Hoffnung für hunderttausende Betroffene. Im EU-Projekt PRIMI arbeitet ein Team internationaler Wissenschaftler*innen daran, Roboter zu entwickeln, die menschliche Bewegungen verstehen und gezielt in der Rehabilitation unterstützen. Ziel ist es, Therapien effektiver, individueller und zugänglicher zu machen.
Die Conterganstiftung trauert um Margit Hudelmaier
Margit Hudelmaier hat das Leben vieler Menschen mit Conterganschädigung in Deutschland verändert. Die Conterganstiftung trauert um ihr Vorstandsmitglied und um eine Frau, die über Jahrzehnte eine der beständigsten Stimmen für die Rechte von Betroffenen war.
Eigenständigkeit, Engagement und Forschung: Lara Wilkin und ihr Weg mit moderner Armprothetik
Lara Wilkin promoviert gerade mit Fokus auf die Prothetik der oberen Extremitäten. Sie spricht auf internationalen Kongressen über moderne Prothesentechnik. Als Gründerin der Arm Prosthesis Community und Amputations-Peer fördert sie die Aufklärung und den Austausch von Betroffenen. Ihr vielfältiges Engagement resultiert aus ihren eigenen Erfahrungen mit der Amputation eines Unterarms – und zeigt Herausforderungen für eine moderne Hilfsmittelversorgung.
Konferenz der Beauftragten von Bund und Ländern für Menschen mit Behinderungen (KBB) positioniert sich zur Diskussion um Leistungskürzungen
Die Beauftragten von Bund und Ländern für Menschen mit Behinderungen veröffentlichen zum Abschluss ihres 71. Treffens in Celle am 22./23. April 2026 eine gemeinsame Position zu den diskutierten Leistungskürzungen.
Über den verfassungsrechtlichen Anspruch auf existenzsichernde Leistungen im demokratischen Rechtsstaat
Soziale Sicherheit ist ein zentraler Pfeiler des demokratischen Rechtsstaats. Doch wie weit reicht dieser Anspruch tatsächlich? Roland Rosenow, neuer Professor für Recht der Sozialen Sicherung an der Katholischen Hochschule Freiburg, ordnet im Interview die rechtlichen Grundlagen, politischen Spielräume und die gesellschaftliche Verantwortung ein.
Paritätischer enthüllt internes Arbeitspapier: Drastische Kürzungspläne gefährden Leistungen für Menschen mit Behinderungen, Kinder und Familien
Dem Paritätischen Gesamtverband liegt ein internes Arbeitspapier vor, das belegt: Bund, Länder und kommunale Spitzenverbände diskutieren im Verborgenen drastische Kürzungen bei Leistungen für Kinder, Jugendliche und Menschen mit Behinderungen.
Bildung mit allen Sinnen
Taubblindheit wird häufig nicht erkannt - bislang fehlt ein standardisiertes Diagnoseverfahren und somit auch die passende Begleitung für Betroffene. Professorin Andrea Wanka von der Pädagogischen Hochschule Heidelberg will diese zentrale Versorgungslücke schließen: Gemeinsam mit Kooperationspartner:innen entwickelt sie ein Einschätzungsverfahren, das frühzeitige Förderung ermöglicht und flächendeckend in Deutschland eingesetzt werden soll.
„Alles steht und fällt mit der Eingliederungshilfe!“
Beim Parlamentarischen Abend der Lebenshilfe appellierte gestern die Bundesvorsitzende Ulla Schmidt an die Abgeordneten des Bundestages, die Teilhabe von Menschen mit Behinderung nicht zu gefährden und keine Leistungskürzungen zuzulassen.
Große Resonanz beim 10. Bayerischen Landestreffen der Gehörlosen in Würzburg
Unter der Schirmherrschaft von Markus Söder fand am 10. und 11. April 2026 in Würzburg das 10. Bayerische Landestreffen der Gehörlosen statt. Nach Angaben der Veranstalter nahmen rund 1.000 Menschen teil. Die Stadt wurde damit für zwei Tage zu einem zentralen Treffpunkt der bayerischen Gehörlosen- und Gebärdensprachgemeinschaft mit Fokus auf Austausch, Kultur und politische Themen.
Humanitäre Katastrophe im Sudan: Die Schwächsten zahlen den höchsten Preis
Der Krieg im Sudan trifft die gesamte Bevölkerung – doch für Menschen mit Behinderung ist die Situation besonders dramatisch. Flucht, medizinische Versorgung und selbst der Zugang zu Hilfsgütern sind für sie oft kaum möglich.
„Bei Anruf Kultur“: Bundesweit einzigartiger Zugang zu Kultur steht vor dem Aus
„Bei Anruf Kultur“ bietet insbesondere älteren Personen und Menschen mit Einschränkungen kostenlose Telefonführungen in Museen und mehr. Ab Herbst 2026 kann mit dem in Hamburg gegründeten, bundesweit etablierten Projekt Schluss sein – die Förderung läuft aus, die Anschlussfinanzierung ist nicht gesichert.
Hoffnung im Himalaya
Gute Nachrichten sind willkommen – erst recht zum diesjährigen Weltgesundheitstag am 7. April, der unter dem Motto „Unsere Erde, unsere Gesundheit“ steht. Hier kommt eine.
Studium ohne Barrieren: KI-Plattform soll Sehbeeinträchtigten neue Chancen eröffnen
Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) baut das Zentrum ACCESS@KIT zum Dienstleistungszentrum für sehbeeinträchtigte Studierende in Baden-Württemberg aus.
An dieser Stelle zählt nicht das Datum, sondern die Relevanz: Finden Sie ab hier Berichte und Themen, die wir unabhängig vom Veröffentlichungstermin wichtig und lesenswert finden.
Barrierefreiheit auf Musikfestivals: Initiative will Veranstalter an die Hand nehmen
Sommerzeit ist Festivalzeit – doch können auch Menschen mit Behinderung unbeschwert mitfeiern? ROLLINGPLANET-Redakteurin Anke Sieker sprach mit Felix Brückner, Teamleiter bei der „initiative barrierefrei feiern“, über gelebte Inklusion im Kulturbetrieb.
So kannst Du Dich online vor Amelos schützen
Wenn man in sozialen Netzwerken aktiv ist und so wie ich Bilder postet, auf denen meine Behinderung ersichtlich ist, kann man sich sicher sein, dass man früher oder später von einem sogenannten Amelo kontaktiert wird. Von Carbon_Ela
1 Kommentar
Rául Krauthausen hat Disability Burn-out
Einer der bekanntesten deutschen Behindertenaktivisten fürchtet, in einer Abwärtsspirale aus Behinderung, Erschöpfung, Untätigkeit und Selbstvorwürfen festzustecken.
KfW: Hier gibt es nicht nur Geld, sondern auch Jobs (und Inklusion)
Die KfW, eine der führenden Förderbanken der Welt, lädt ausdrücklich Menschen mit Behinderung ein, sich bei ihrer Personalabteilung zu melden. Auch Initiativbewerbungen sind willkommen. Von Tanja Kurz
Begnadet anders – mit Handicap erfolgreich im Beruf
Der Münchner Dominic Eikerling ist mehrfach beeinträchtigt. Als er seinen Job verlor, war das für ihn frustrierend. Wie er sich dennoch auf dem Arbeitsmarkt behauptet hat, beschreibt ROLLINGPLANET-Redakteurin Anke Sieker.
Von Brailleschrift bis E-Book: Wie funktioniert Literatur-Zugang für blinde Menschen?
Es gibt Grund zur Hoffnung. Ab 2025 muss die Buchbranche einen barrierefreien Zugang zu Produkten und Dienstleistungen wie E-Books, E-Reader oder Webshops bieten. Von ROLLINGPLANET-Kolumnist Heiko Kunert
Mit dem Rollstuhl auf dem roten Teppich: Wie wicked ist das denn?
Bei der Oscarverleihung ist Marissa Bode die erste Schauspielerin in der Geschichte des Musicals, die nicht nur in ihrer Filmrolle, sondern auch im echten Leben auf einen Rollstuhl angewiesen ist.
Wie erkläre ich Kindern Querschnittlähmung?
In der neuesten Ausgabe von „Taxi ins Mich“ für junge Zuhörer:innen erkunden Tessa, Yassin und Ella die Wirbelsäule, das Rückenmark – und eine mysteriöse Geisterstadt…
Mutter tötet schwerbehinderten Sohn: Nur drei Jahre Gefängnis
Zwischen Liebe und Verzweiflung und ein mildes Urteil, das Fragen aufwirft – nicht nur zur Gerechtigkeit, sondern auch zum institutionellen Umgang mit pflegebedürftigen Menschen.
Dank Künstlicher Intelligenz: „Blindheit war noch nie so spannend wie heute“
Martin Park vom Schloss Gymnasium Kirchheim (Teck) berichtet, wie KI-Tools sein Leben als blinder Mensch bereichern. Ein Vortrag mit vielen Anregungen und mit viel positiver Kraft für ein aktives Leben mit Behinderung.
So kämpft Ella gegen das Intensivpflegegesetz
1 Kommentar




